„Kein Match“ – der Arbeitgeber, der uns absagte und sechs Wochen später zurückkam

Elsa Kuitchoua im Gespräch auf dem Sofa beim Drehtag zum Format Match gesucht

Acht Stunden Loft in der Kölner Innenstadt, zwei Sessel, ein Sofa, Kamera läuft. So sah der Drehtag für unser neues Format aus.

Match gesucht funktioniert so: Ein Arbeitgeber erzählt, woran es in seiner Einrichtung hängt. Wir stellen ihm ein Talent vor, von dem wir überzeugt sind. Er sieht das Bewerbungsgespräch. Und dann beantwortet er eine einzige Frage: Ist es ein Match oder keins?

Eines vorweg: Florians Geschichte ist echt – wir haben ihn wirklich begleitet. Aus Rücksicht auf ihn und seine Einrichtung haben wir Namen geändert und die Gespräche mit Schauspielern nachgestellt. Gesagt wurde alles genau so.

Wer Florian ist

Florian leitet seit 25 Jahren ein privates Altenpflegeheim. Er und seine Frau sind beide Pflegefachkräfte, die Einrichtung war ihr gemeinsamer Traum. Sie liegt am Wasser. Er sagt, sie gebe ihm ein Gefühl von Sinn – dass er Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten darf.

Dann kamen die eigenen Kinder. Dann fielen mehrere Mitarbeiterinnen gleichzeitig aus. Dann die Energiekrise. Heute schiebt Florian Doppelschichten, seine Frau ist früher aus der Elternzeit zurückgekommen, um ihn zu stützen, und seine Söhne sind praktisch ohne ihn groß geworden.

Gesucht hat er. Stellenanzeigen, Online-Werbung, alles durch. Was kam, passte nicht – oder erschien zu spät zum Hospitationstag.

Und dann sagt er Nein

Wir stellen ihm eine Bewerberin vor. Das Gespräch läuft gut. Die Sprache: überzeugt ihn. Der Mensch: überzeugt ihn auch. Er sagt es selbst – eigentlich sei es ein Match.

Dann fragt er, wann sie anfangen kann.

Die Antwort damals: vier bis fünf Monate. Florian rechnet kurz nach. Und lehnt ab.

Bis in fünf Monaten bin ich ausgebrannt und womöglich muss ich dann den Laden schließen.

Nicht die Bewerberin war das Problem. Die Zeit war es.

Warum wir das nicht rausgeschnitten haben

Wir hätten die Folge anders enden lassen können. Es ist unser Format und unser Schnitt.

Aber eine Absage mit einem guten Grund sagt mehr über diese Arbeit aus als jede Erfolgsgeschichte. Internationale Anwerbung ist keine Sofortlösung. Wer nächste Woche jemanden im Dienstplan braucht, ist bei uns falsch – und diesen Satz sagen wir lieber in einem Video als im Erstgespräch, wenn jemand schon Hoffnung geschöpft hat.

Was sich seitdem geändert hat

Aus vier bis fünf Monaten sind heute ein bis zwei geworden. Der Grund ist unspektakulär: Wir fangen früher an. Früher startete die Vorbereitung, wenn der Arbeitgeber zugesagt hatte. Heute sind Unterlagen, Anerkennung und Visumsvorbereitung längst auf dem Weg, bevor die Entscheidung überhaupt fällt. Das Verfahren selbst ist nicht kürzer geworden – es liegt nur nicht mehr komplett hinter der Zusage.

Anerkennung, Botschaft und Visum machen wir dabei selbst, so wie von Anfang an. Es war nie ausgelagert – genau deshalb konnten wir den Ablauf überhaupt umbauen.

Für Florian hätte genau das den Unterschied gemacht.

Folge zwei

Sechs Wochen später meldet er sich wieder. An seiner Lage hat sich nichts gebessert, dafür ist eine Tochter dazugekommen. Und er sagt vor der Kamera einen Satz, für den man Mut braucht: dass er ein besserer Vater sein will – und dafür etwas ändern muss.

Er will die Bewerberin von damals.

Sie ist längst woanders.


Folge 1 von „Match gesucht“ erscheint am 6. Oktober. Wenn du gerade ähnlich dastehst wie Florian: Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Fachkräfte zu deiner Einrichtung passen – und mit welcher Fördersumme du rechnen kannst.

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